Zukunft

Zukunftskunst statt Sozialismus – Uwe Schneidewind zur Kühnert-Debatte

Ökonom zur Kühnert-Debatte: ‚Zukunftskunst‘ statt Sozialismus

Uwe Schneidewind im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Vortrag Redner Ökonom Uwe Schneidewind

Der Wirtschaftswissenschaftler Uwe Schneidewind findet nicht alle Thesen Kühnerts „sympathisch“, dennoch begrüßt er die Debatte. 

Sind Verstaatlichungen das richtige Mittel, um eine sozial- und klimagerechte Gesellschaft zu gestalten? Das bezweifelt der Ökonom Uwe Schneidewind zwar. Aber er plädiert dafür, „kreativ“ und „lustvoll“ über gemischte Formen des Wirtschaftens nachzudenken.

Mit seinen Thesen zur Verstaatlichung von Wohneigentum und Großunternehmen hat Juso-Chef Kevin Kühnert ein gewaltiges Echo ausgelöst – vor allem, weil Kühnerts Begriffswahl bei vielen Erinnerungen an einen Sozialismus weckt, der nur mit Mauer und Stacheldraht funktionierte. Auch der Wirtschaftswissenschaftler Uwe Schneidewind, Direktor des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie, findet nicht alle Thesen Kühnerts „sympathisch“, wie er im Deutschlandfunk Kultur erklärte. Dennoch begrüßt er die Debatte, die der SPD-Politiker ausgelöst hat.

Keynote Speaker 

Uwe Schneidemann, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie (Olaf Rayermann Fotodesign)

(Foto: Olaf Rayermann Fotodesign)

Die Klimakrise habe auch mit der „DNA unseres ökonomischen Systems“ zu tun, sagt Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie. 

Um den globalen ökologischen und sozialen Herausforderungen zu begegnen, müsse man auch über das Wirtschaftsssystem nachdenken, so Schneidewind. Denn ökonomische Mechanismen trieben eine ganz bestimmte Form der Naturausbeutung voran.

Uwe Schneidewind 

Globale Gemeingüter nicht dem Markt überlassen

Sichtbar wird das dem Wirtschaftswissenschaftler zufolge beispielsweise beim Thema globale Gemeingüter: „Die Frage, wie und in welchem Umfang fossile Energieträger genutzt werden können, hat eben nicht mehr nur mit einem reinen Kapitalverwertungsinteresse zu tun, sondern mit einem hohen Gemeinwohlinteresse.“

Statt über Sozialimus als Alternative zum Kapitalismus spricht Schneidewind lieber – wie in seinem Buch „Die Große Transformation“ – von „Zukunftskunst“.

Dahinter stehe das „kreative, lustvolle Momentum, das wir brauchen, um unsere Ökonomie, unsere Gesellschaft klima- und sozialgerecht organisieren können“, betonte er. „Das ist dann kein Eins-zu-eins-Rückgriff auf historische Beispiele, die nicht funktioniert haben, sondern ein kreatives Nachdenken, wie wir Rahmenbedingungen weiterentwickeln müssen.“

Wer soll mit Mobilität Geld verdienen dürfen?

Zum Beispiel im Bereich Mobilität: Hier plädiert er dafür, verstärkt über gemischte Formen der Ökonomie nachzudenken. So gebe es beispielsweise im Verkehrssektor auf der einen Seite im Wesentlichen private Automobilkonzerne, auf der anderen Seite aber auch viele öffentliche Verkehrsunternehmen:

„Die große Frage wird auch in der Mobilität sein: Wer verdient in 20 Jahren mit der Wertschöpfung durch Mobilität in einer Stadt wie München oder Berlin sein Geld? Ist das ein kapitalmarktorientierter Konzern im Silicon Valley oder ist es weiterhin ein regionaler Verkehrsbetreiber oder eine Deutsche Bahn, sodass dann die erwirtschafteten Gewinne auch wieder im Land investiert werden?“

Die Lebensqualität aller leidet

Auch die von Kühnert angestoßene Diskussion über das zulässige Maß an Privateigentum an Wohnraum findet Schneidewind im Prinzip sinnvoll: „Wir haben ja diese Debatte darum, wie stark soll die Logik des Marktes bestimmen, wer eigentlich wo in einer Stadt wohnen kann? Sollen die attraktiven Lagen in einer Stadt nur noch zugänglich sein für Menschen mit einem hohen Einkommen?“ Diese Frage habe Auswirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes, betonte er. „Je mehr ich Stadtteile habe, in die all die verdrängt werden, die sich das nicht mehr erlauben können, umso mehr leidet auch die Lebensqualität in einer Stadt insgesamt.“

Hören Sie das gesamte Interview im Podcast des Deutschlandunk hier.

Quelle: 06.05.2019, Deutschlandfunk

manager magazin veröffentlicht Podcast „Generationenkonflikte“

Eine Generation, viele Namen, viele Facetten. Aufgewachsen mit Computern und dem Internet, karriereorientiert und bereit, Privatleben und Beruf miteinander zu verschmelzen. Die Generation Y, geboren zwischen 1980 und 1995, ist die erste, die vom Fachkräftemangel profitiert. Was macht sie daraus? Philipp Riederle, Speaker, Autor und Unternehmensberater gehört selbst der Generation Y an – und steht in unserem Podcast Rede und Antwort.

„Wenn ich mir meine Gleichaltrigen so anschaue, wenn die ihre ersten Erfahrungen im Berufsleben machen, dann sehe ich da oft, dass sie tatsächlich schon am zweiten Arbeitstag resigniert sind und überhaupt gar keinen Bock mehr auf den Laden haben.“

Hörstoff zum Wochenende: Podcast von manager magazin 

Podcast „Generationenkonflikte“ Generation Y, Millennials, Digital Natives, Generation me

Spielerisch innovativ – changement!

Im digitalen Zeitalter erweisen sich viele bewährte Glaubenssätze als nutzlos. Zum Beispiel der, dass Spiel und Geschäftswelt nichts miteinander zu tun haben. Das Gegenteil ist der Fall, sagen Christian Blümelhuber, Professor für strategische Organisationskommunikation an der Universität der Künste, Berlin, und Spiele-Designerin Daniela Kuka.

Wer heute nach wirksamen Wegen sucht, die eigene Organisation in die Zukunft zu führen, sollte sich unbedingt mit „Serious Play“ beschäftigen. Warum das so ist und wie die AOK Baden-Württemberg von der innovativen Methode profitiert hat, erklären die Experten in diesem Artikel.

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Innovationen und Zukunftstrends sind ein bewährtes Duo. Generationen von Zukunftsforschern, Unternehmensberatern und Kreativagenturen haben versprochen, die Unwissenheit zu reduzieren und die Zukunft schon heute verfügbar zu machen. Aufmerksamkeitsstarke Labels und Hochglanz-Renderings rund um Universalthemen wie Digitalisierung, Demografie, Mobilität, Urbanisierung, neue Arbeit, Umwelt oder Soziales liefern zwar „schöne“ Applikationsvorlagen, sie lassen sich oft aber nur schwer in konkrete Konzepte für die Zukunfts- und Strategiefähigkeit einer einzelnen Organisation übersetzen.

Denn so selbstbewusst die Zukunfts-PR-Industrie auch auftritt – ihre Vorhersagen und Schlussfolgerungen sind doch stets Spekulation. Ihre langfristigen Prognosen wecken in unserer Zeit …. -> Lesen Sie weiter! Den vollständigen Beitrag finden Sie im aktuellen Magazin changement! 03-2016.

Wissenschaftsinstitut und Oper – ein Tausch auf hohem Niveau

Am 28. Februar 2019 tauschen in Wuppertal der Opernintendant Berthold Schneider und Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, für drei Wochen ihre Büros. Der Tausch ihrer Ämter steht unter dem Motto „Wechsel/Wirkung“, soll inspirieren und eine nachhaltige Organisationsentwicklung initiieren.

Wir wünschen viel Vergnügen und sind gespannt auf die Erkenntnisse!

Digitalisierung – Emotionen sind der Schlüssel. Interview mit New Leadership Expertin Nicole Brandes

Nicole Brandes ist New Leadership Expert und international renommierte Rednerin. Mit dem Business Ratgeber sprach sie über Digitalisierung, Leadership, Hyperdiversität und die Bedeutung von Emotionen als harter Währung für die Zukunft.
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Nicole Brandes, Sie beraten die Mächtigen und Einflussreichen. Welche Fähigkeiten werden künftig noch wichtiger?
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Führungskräfte werden in der Zukunft noch mehr gefordert. Neben allen digitalen und strukturellen Anforderungen müssen sie neuen Lebensmodellen, Hierarchiemodellen, Formen der Zusammenarbeit und Gleichzeitigkeiten gerecht werden. Sie müssen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen und Weltbildern einer hyperdiversen Workforce umgehen und abholen können um ihr Potential zu erschliessen – und das über sämtliche Zeit-, Kultur-, Generations-, Gender-, Branchen- und Organisationsgrenzen hinweg.
Sie sind virtuose Player, die sich in dieser multidimensionalen Vielfalt gekonnt bewegen und situationsgerecht einmal mehr oder weniger stark lenken und moderieren. Das ist enorm anspruchsvoll.Dafür braucht es sehr viel Resilienz und ein hohes Mass an den berühmten People’s Skills.Das lernen wir aber weder in der Schule noch im MBA. Führungskräfte, die fit für die Zukunft sind, investieren daher nicht nur in digitale Fähigkeiten sondern auch in menschliche. Das beginnt idealerweise bei sich selbst.
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Warum sind diese Anforderungen für Führungskräfte relevant?

Nicole Brandes: In einer Welt, in der wir praktisch alles digitalisieren, wird das Nicht-Digitalisierbare immer wertvoller. Roboter und KI können vieles, aber sie können uns kein Gefühl der Nähe, Wärme und des Aufgehobenseins vermitteln. Früher wurden wir in Gemeinschaften geboren und mussten unsere Individualität finden.

Heute sind wir Individuen und suchen unsere Gemeinschaft. Technologie bringt uns nicht nur Hyperindividualisierung und -personalisierung, sondern generell fantastische Möglichkeiten. Sie entwickelt sich rasant.

Aber diese menschlichen Bedürfnisse sind nach wie wie vor wie vor tausenden von Jahren: Wir brauchen Zugehörigkeit, Sinnhaftigkeit und Beziehung. Dies zu schaffen wird im Zeitalter der Entgrenzung zu einer zentralen Aufgabe –auf allen Ebenen, sowohl wirtschaftlich wie auch politisch und sozial. Deswegen werden weiche Faktoren zur harten Währung der Zukunft.

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Wie bereiten Sie Führungskräfte darauf vor?

Nicole Brandes: Führung hat weniger mit Expertise zu tun sondern mit Persönlichkeit. Fachliches Können gibt uns Selbstvertrauen. Es bedeutet «das kann ich». Das ist austauschbar. Wahre Führung inspiriert. Sie bewegt Menschen. Und zwar so, dass sie folgen, weil sie wollen und nicht weil sie müssen.

Die Vorbereitung beginnt mit der Entwicklung eines Selbst-Bewusstseins. Das geht weit über das Kennen des eigenen Stärke- und Schwächeprofils, sondern nähert sich dem Kern «das bin ich». Das beinhaltet u. a. auch die persönlichen Vorstellungen von Führungsbildern, Eigenbild, Fremd- und Kraftbilder zu erforschen.

Es sind immer innere Bilder, die uns prägen und in unseren Resultaten begrenzen oder beflügeln. In diesem Kern begegnen wir auch dem, was wir wirklich wollen. Es sind nicht Ziele, die wir wissen oder denken, dass wir sie erreichen, die in uns inspirieren.

Nein, es sind Träume und Visionen, die so gross sind, dass wir an ihnen wachsen, weil sie in uns ungeahnte Kräfte freisetzen. Erst dann fühlen wir uns lebendig und im Element. Dort entsteht Zentrierung, Kraft und Authentizität. Das wirkt anziehend. Und das ist heute ein wichtiger Erfolgsfaktor, denn auf der Suche nach Orientierung und Sinnhaftigkeit, brauchen Menschen etwas, das sie inspiriert und womit sie sich identifizieren.

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Und wie kommen Führungskräfte dahin, damit sie das erreichen?

Nicole Brandes: Ich wünsche mir Führungksräfte, die nicht nur den Pioniergeist haben in der äusseren Welt in unbekannte Gefilde aufzubrechen. Im digitalen Tornado brauchen wir mehr denn je Führungskräfte, die den Mut und Abenteuergeist haben auch die innere Welt zu erkunden.

Ralph Waldo Emerson bringt es auf den Punkt: Was in uns und vor uns liegt, ist nichts verglichen mit dem, was in uns liegt. Dort findet das lebendige, feurige Leben statt! Und nur so können wir eine Zukunft mit Herz- und Visionskraft schaffen, die Technologie nutzt und Menschen nützt. Und diese ungeheure Kraft zu erschliessen beginnt immer an einem Ort: bei sich selbst.

Das Interview mit Nicole Brandes erschien im Business- Ratgeber.

Wissenschaft, Glück und Anarchie: GoldBrand Christian Blümelhuber am 22.02.2017

FUTURE MANAGEMENT – ZUKUNFT KANN MAN NICHT PLANEN, MAN KANN SIE NUR SPIELEN!

„Marken müssen auch in Zukunft faszinieren, nicht Erwartungen erfüllen“ lautet das Credo von Christian Blümelhuber. Sein Angebot: Spielerisch die Zukunft managen!

Christians Imperative wie „Glück ist die neue Strategie“ oder „Jedes Handeln ist Zukunftshandeln“ machen eines klar:

Zukunft managen ist sowohl Herausforderung als auch Kern-Operation des Marketing. Wie wir „uns“ im Dschungel unberechenbarer, überraschender, geradezu flüchtiger Zukünfte zurechtfinden können, das präsentiert er in seinem „Drei mal Drei“ des Zukunftsmanagements. Christian spricht deswegen über Spiele und Experimente, über den (Un-)Sinn der Trendforschung und begeistert für postheroische Strukturen, wahre Positionierung und ein bisschen Anarchie.

 

Erleben Sie Christian bei den BestBrands am 22.02.02017 in München!

NICOLE BRANDES: Live im BR zur ‚WIR- Intelligenz‘

Nicole_Brandes_ME_6235_portrait_querNicole Brandes live: 25.07.2016  19:00 – 20:00 

Autorin, Keynotespeaker und Coach Nicole Brandes zu Gast in der Radiosendung “Mensch, Theile!” (Bayern 3)

Die sozialen Netze revolutionieren alle Lebensbereiche und verschieben die Macht vom Anbieter zum Kunden, Mitarbeiter und Bürger. Manager, Unternehmer und Politiker stehen vor einer Komplexität, die mit Top-Down-Kontrollen und als Individuum nicht mehr zu bewältigen ist.

Nur radikal neue Denk- und Handlungsweisen machen zukunftsfähig. Was Daniel Golemans Bestseller Emotionale Intelligenz für die 90er-Jahre war, leistet Nicole Brandes im Zeitalter der globalen Verunsicherung: Sie zeigt, wie Führungskräfte Wir-Intelligenz entwickeln – die Fähigkeit, mit Sog zu führen und Menschen in völlig veränderten Rahmenbedingungen auf Augenhöhe zu begegnen, eine Verbindung herzustellen und so Spitzenresultate zu ermöglichen.

 

ERFOLG DURCH BILDUNG

23.06.2016

Riederle_Welt_Bildung_20160623

Die WELT/ Mediaplanet: Lesen Sie hier das Interview mit Philipp Riederle